ROGER LOEWIG – DAS FRÜHWERK

Aus­stel­lung 3. Okto­ber bis 23. Novem­ber 2025
Öff­nungs­zei­ten Sams­tag und Sonn­tag, 11 bis 17 Uhr
Eröff­nung und Ein­füh­rung 3. Okto­ber 2025, 14 Uhr
durch die Kunst­his­to­ri­ke­rin Dr. Ulri­ke Goe­schen

Die Ausstellung „Roger Loewig – Das Frühwerk”
eröffnet einen selten gezeigten Blick auf den Anfang einer künstlerischen Biografie, die später von Brüchen, Verboten und Verfolgung bestimmt sein sollte.

Loe­wig, 1930 in Schle­si­en gebo­ren, war Auto­di­dakt. Neben sei­ner Tätig­keit als Leh­rer für Geschich­te, Deutsch und Rus­sisch in Ost-Ber­lin begann er zu zeich­nen, zu malen und zu schrei­ben. In den 1950er- und frü­hen 1960er-Jah­ren ent­stan­den expres­si­ve Aqua­rel­le und Gou­achen von unge­wöhn­li­cher Inten­si­tät, geprägt von kräf­ti­gen Tönen und abs­tra­hier­ten For­men. Schon in die­sen frü­hen Arbei­ten tre­ten The­men her­vor, die sein gesam­tes Werk durch­zie­hen: Erin­ne­rung, Schuld, Bedro­hung, Unter­drü­ckung und die Suche nach Frei­heit.

1963 kam es zu dem Ein­schnitt, der alles ver­än­der­te: Eine Aus­stel­lung in pri­va­tem Rah­men führ­te zu sei­ner Ver­haf­tung. Loe­wig ver­brach­te ein Jahr in der DDR in Sta­si-Unter­su­chung­haft als poli­ti­scher Häft­ling in der Unter­su­chungs­haft­an­stalt des Minis­te­ri­ums für Staats­si­cher­heit (MfS) in Ber­lin-Pan­kow. Die­se Erfah­rung bedeu­te­te nicht nur einen Bruch in sei­ner Bio­gra­fie, son­dern auch in sei­nem Werk. Die far­bi­ge, expres­si­ve Spra­che sei­ner frü­hen Gou­achen wich einer stren­ge­ren, erns­te­ren Form. Von nun an domi­nier­ten Zeich­nung und Druck­gra­fik, Far­be setz­te er nur noch sehr behut­sam ein.

Die Aus­stel­lung im Roger Loe­wig Muse­um stellt die­se frü­hen Wer­ke in den Mit­tel­punkt. Sie macht erfahr­bar, wie eng Loe­wigs Werk mit sei­ner Bio­gra­fie ver­wo­ben ist – und wie stark poli­ti­sche Umstän­de künst­le­ri­sche Ent­wick­lung beein­flus­sen kön­nen. Dass sie am 3. Okto­ber, dem Tag der Deut­schen Ein­heit, eröff­net wird, ver­weist auf die his­to­ri­sche Dimen­si­on: Loe­wigs Kunst ist nicht nur Aus­druck einer indi­vi­du­el­len Exis­tenz, son­dern zugleich ein ein­dring­li­ches Zeug­nis deut­scher Geschich­te im 20. Jahr­hun­dert.