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Ich habe nicht vor zu kapitulieren

Aus­stel­lung 17. Okto­ber 2026 bis 2. Mai 2027

Eröff­nung 17. Okto­ber 2026 um 15 Uhr

Aus­stel­lungs­dau­er: 17.Oktober.2026 — 2.Mai.2027
Öff­nungs­zei­ten: Sams­tag und Sonn­tag, 11–17 Uhr
Win­ter­pau­se: 30. Novem­ber 2026 bis 9. April 2027
Besu­che nach Ver­ein­ba­rung: 033841 42167

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Die Aus­stel­lung „Ich habe nicht vor zu kapi­tu­lie­ren“ — Roger Loe­wig
zeigt bis­her unbe­kann­te Film­auf­nah­men und stellt die Lyrik des Künst­lers in den Mit­tel­punkt.

Zur Eröff­nung gibt der Autor, Her­aus­ge­ber und Dozent für Krea­ti­ves Schrei­ben Tom Schulz unter dem Titel „Kreuz­ot­tern und Nes­ter“ eine kur­ze Ein­füh­rung in das lyri­sche Werk Roger Loe­wigs.

Roger Loe­wig ist vor allem als Zeich­ner und Maler bekannt. Weni­ger Beach­tung fand bis­lang sein lyri­sches Werk. Sei­ne Super-8-Fil­­me wur­den noch nie öffent­lich gezeigt. Die Aus­stel­lung „Ich habe nicht vor zu kapi­tu­lie­ren – Lyrik und Fil­me von Roger Loe­wig“ stellt die­se bei­den Werk­be­rei­che erst­mals ins Zen­trum.

Dabei ver­zich­tet die Aus­stel­lung voll­stän­dig auf Gemäl­de und Zeich­nun­gen. Statt­des­sen sind Fak­si­mi­les von Loe­wigs maschi­nen­ge­schrie­be­nen Tex­ten zu sehen, in denen hand­schrift­li­che Kor­rek­tu­ren und Über­ar­bei­tun­gen den Ent­ste­hungs­pro­zess sei­ner Gedich­te sicht­bar machen.

Einen beson­de­ren Zugang zu Loe­wigs Lyrik eröff­nen erhal­te­ne Ton­auf­nah­men mit Lesun­gen des Künst­lers. Beto­nung, Rhyth­mus, Pau­sen und der Wech­sel zwi­schen lau­ten und lei­sen, schnel­len und lang­sa­men Pas­sa­gen ver­lei­hen den Tex­ten eine zusätz­li­che Dimen­si­on. Wer Loe­wig selbst gehört hat, liest sei­ne Gedich­te anders.

Auch die erst­mals gezeig­ten Super-8-Fil­­me ermög­li­chen einen per­sön­li­chen Zugang zu Loe­wigs künst­le­ri­scher Wahr­neh­mung. Sei­ne Kame­ra rich­tet sich auf Land­schaf­ten, natür­li­che Struk­tu­ren, Hori­zon­te und Bewe­gun­gen und dient ihm viel­fach wie ein visu­el­les Notiz­buch. In Auf­nah­men aus Kor­si­ka filmt er vom Meer aus­ge­wa­sche­ne Fels­for­ma­tio­nen und anschlie­ßend eine davon ange­reg­te Zeich­nung – Wahr­neh­mung und künst­le­ri­sche Ver­ar­bei­tung tre­ten unmit­tel­bar neben­ein­an­der.

Ande­re Fil­me zei­gen sein Ber­li­ner Umfeld und die Mau­er mit Wach­sol­da­ten, Ket­ten­hun­den und Beob­ach­tungs­tür­men. Zugleich sucht sein Blick immer wie­der Wei­te und Bewe­gung, etwa bei Vögeln, Flug­zeu­gen und dem Hori­zont.

Lyrik und Film erschei­nen dabei nicht als getrenn­te Werk­be­rei­che. Moti­ve, Ein­drü­cke und Gedan­ken wan­dern von einem Medi­um in ein ande­res. Loe­wig über­setzt Wahr­neh­mun­gen in Zeich­nung, Film oder Spra­che.

Im Mit­tel­punkt steht damit nicht nur das fer­ti­ge Werk, son­dern auch der Weg dort­hin: Wahr­neh­men, Fest­hal­ten, Erin­nern, Über­set­zen und For­mu­lie­ren. Die Fil­me las­sen nicht nur erken­nen, was Loe­wig gese­hen hat, son­dern auch, wie er gese­hen hat. Die Manu­skrip­te machen sicht­bar, wie er an sei­nen Tex­ten arbei­te­te, und die Ton­auf­nah­men las­sen hören, was er schrieb und wie er sich sei­ne Tex­te vor­stell­te.

Der Titel „Ich habe nicht vor zu kapi­tu­lie­ren“ ver­weist auf eine Hal­tung, die Loe­wigs Leben und Werk durch­zieht. Trotz poli­ti­scher Ver­fol­gung, Haft und Ein­schrän­kun­gen sei­ner beruf­li­chen und künst­le­ri­schen Mög­lich­kei­ten hielt er an sei­nem Sehen, Schrei­ben und Gestal­ten fest.

Die Stif­tung Roger Loe­wig Haus dankt der Roger Loe­wig Gesell­schaft e. V. und der Aka­de­mie der Küns­te, Ber­lin, für ihre freund­li­che Unter­stüt­zung und die Bereit­stel­lung von Mate­ria­li­en für die­se Aus­stel­lung.

Die Aus­stel­lung wird mit Mit­teln des Minis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur des Lan­des Bran­den­burg geför­dert.