Roger Loewig Haus –
Museum und Gedenkstätte

Hoch über der Altstadt von Bad Belzig gelegen, lädt das Roger Loewig Haus – Museum und Gedenkstätte dazu ein, die außergewöhnliche Lebensgeschichte und das eindrucksvolle Werk des Malers, Zeichners und Dichters Roger Loewig (1930–1997) neu zu entdecken.

Das ehe­ma­li­ge Wohn­haus sei­nes Freun­des Wolf­gang Woi­zick wur­de für Roger Loe­wig ab den 1960er Jah­ren zu einem wich­ti­gen Rück­zugs- und Arbeits­ort. Hier fand der Künst­ler als Gast eine geschütz­te Umge­bung, in der er zeich­nen, schrei­ben und den­ken konn­te – ein Refu­gi­um in einer Zeit poli­ti­scher Repres­si­on und per­sön­li­cher Gefähr­dung. In dem ehe­ma­li­gen Wohn- und Arbeits­ort des Künst­lers ver­bin­den sich Geschich­te, Kunst und Archi­tek­tur zu einem ein­zig­ar­ti­gen kul­tu­rel­len Erleb­nis.

Roger Loe­wig gehört zu den bedeu­tends­ten Künst­lern und Schrift­stel­lern der deut­schen Nach­kriegs­zeit. Sein Werk ist geprägt von den Erfah­run­gen mit Krieg, Flucht, Unfrei­heit und den Dik­ta­tu­ren des 20. Jahr­hun­derts. In der DDR wur­de er wegen „staats­feind­li­cher Het­ze“ ver­haf­tet und durf­te sei­nen Leh­rer­be­ruf nicht mehr aus­üben. Nach sei­ner Aus­bür­ge­rung leb­te er in Ber­lin (West).

Sei­ne Bil­der, Gra­fi­ken und Tex­te the­ma­ti­sie­ren exis­ten­zi­el­le Fra­gen von Schuld, Repres­si­on, Wider­stand und indi­vi­du­el­ler Ver­ant­wor­tung. Loe­wigs ein­drück­li­che Bild- und Sprach­welt ist von blei­ben­der Aktua­li­tät.

Das Roger Loe­wig Haus wür­digt die­sen Künst­ler nicht nur als his­to­ri­sche Figur, son­dern als blei­bend rele­van­ten Zeit­zeu­gen. Regel­mä­ßig wech­seln­de Aus­stel­lun­gen beleuch­ten unter­schied­li­che Aspek­te sei­nes Werks und tre­ten in Dia­log mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst. Ver­an­stal­tun­gen wie Lesun­gen, Gesprä­che und Kon­zer­te ergän­zen das Pro­gramm.

Das Muse­um befin­det sich im soge­nann­ten „Schwei­zer­haus“, einem his­to­ri­schen Wohn­haus aus der Jahr­hun­dert­wen­de, das vom Bel­zi­ger Archi­tek­ten Bru­no Sacha­rowitz ent­wor­fen wur­de. Die Kom­bi­na­ti­on aus regio­na­ler Zie­gel­bau­wei­se und alpi­nen Ele­men­ten ver­leiht dem Gebäu­de sei­nen beson­de­ren Cha­rak­ter. Die jüngs­te behut­sa­me Sanie­rung mit Erwei­te­rung durch einen Lese­pa­vil­lon und moder­ne Aus­stel­lungs­räu­me macht das Haus heu­te zu einem Ort, der offen, leben­dig und ein­la­dend wirkt.

Besu­cher betre­ten das Grund­stück durch einen idyl­li­schen Gar­ten mit Obst­bäu­men, der zum Ver­wei­len ein­lädt. Von hier aus bie­tet sich ein wei­ter Blick über die Stadt. Das Haus selbst ist ein Ort der Ruhe, der künst­le­ri­schen Begeg­nung und der Aus­ein­an­der­set­zung mit Geschich­te und Gegen­wart.

Das Muse­um wird durch Mit­tel des Lan­des Bran­den­burg unter­stützt.

Der Ein­tritt ist frei. Für Men­schen mit Mobi­li­täts­ein­schrän­kun­gen steht eine Hebe­büh­ne zur Ver­fü­gung (ein­ge­schränk­te Bar­rie­re­frei­heit)