Das ehemalige Wohnhaus seines Freundes Wolfgang Woizick wurde für Roger Loewig ab den 1960er Jahren zu einem wichtigen Rückzugs- und Arbeitsort. Hier fand der Künstler als Gast eine geschützte Umgebung, in der er zeichnen, schreiben und denken konnte – ein Refugium in einer Zeit politischer Repression und persönlicher Gefährdung. In dem ehemaligen Wohn- und Arbeitsort des Künstlers verbinden sich Geschichte, Kunst und Architektur zu einem einzigartigen kulturellen Erlebnis.
Roger Loewig gehört zu den bedeutendsten Künstlern und Schriftstellern der deutschen Nachkriegszeit. Sein Werk ist geprägt von den Erfahrungen mit Krieg, Flucht, Unfreiheit und den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. In der DDR wurde er wegen „staatsfeindlicher Hetze“ verhaftet und durfte seinen Lehrerberuf nicht mehr ausüben. Nach seiner Ausbürgerung lebte er in Berlin (West).
Seine Bilder, Grafiken und Texte thematisieren existenzielle Fragen von Schuld, Repression, Widerstand und individueller Verantwortung. Loewigs eindrückliche Bild- und Sprachwelt ist von bleibender Aktualität.
Das Roger Loewig Haus würdigt diesen Künstler nicht nur als historische Figur, sondern als bleibend relevanten Zeitzeugen. Regelmäßig wechselnde Ausstellungen beleuchten unterschiedliche Aspekte seines Werks und treten in Dialog mit zeitgenössischer Kunst. Veranstaltungen wie Lesungen, Gespräche und Konzerte ergänzen das Programm.
Das Museum befindet sich im sogenannten „Schweizerhaus“, einem historischen Wohnhaus aus der Jahrhundertwende, das vom Belziger Architekten Bruno Sacharowitz entworfen wurde. Die Kombination aus regionaler Ziegelbauweise und alpinen Elementen verleiht dem Gebäude seinen besonderen Charakter. Die jüngste behutsame Sanierung mit Erweiterung durch einen Lesepavillon und moderne Ausstellungsräume macht das Haus heute zu einem Ort, der offen, lebendig und einladend wirkt.
Besucher betreten das Grundstück durch einen idyllischen Garten mit Obstbäumen, der zum Verweilen einlädt. Von hier aus bietet sich ein weiter Blick über die Stadt. Das Haus selbst ist ein Ort der Ruhe, der künstlerischen Begegnung und der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.
Das Museum wird durch Mittel des Landes Brandenburg unterstützt.
Der Eintritt ist frei. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen steht eine Hebebühne zur Verfügung (eingeschränkte Barrierefreiheit)